Krimi mit maximaler Spannung

Bitterfeld lässt Bocholt keine Chance (Foto: VC Bitterfeld-Wolfen)

Für TuB Bocholt hängt der Klassenerhalt in der Zweiten Volleyball-Bundesliga am berühmt-berüchtigten seidenen Faden. Die Situation vor dem Saisonfinale ist mehr als brenzlig. Um es auf einen kleinen gemeinsamen Nenner zu bringen: Die „TuB-Schrauber“ müssen morgen Abend ihr letztes Meisterschaftsspiel dringend und möglichst hoch gewinnen. Zudem muss einer der drei Kontrahenten FC Schüttorf, SF Aligse und USC Braunschweig patzen. Denn: TuB muss noch einen Rang nach oben rutschen, um den Abstieg zu vermeiden. Für die Bocholter spricht ein Umstand: Bei Punktgleichheit zählt die Anzahl der Saisonsiege. Und hier hat die Sechs von Trainer Norbert Olbing den besseren Wert als die drei Kontrahenten. Erst danach zählt das Satzverhältnis. „Wir müssen irgendwie Punkte holen“, fasst Olbing zusammen. „Wir versuchen eh, Satz für Satz zu gewinnen. Wir können uns auch nichts zurechtlegen, weil am Samstag alle Teams zeitgleich spielen.“ Die Bocholter (Rang elf) müssen gegenüber dem USC Braunschweig (Platz zehn; 28Punkte) einen Zähler aufholen. Um zwei Punkte besser postiert sind der FC Schüttorf und SF Aligse auf den Rängen acht und neun.

Die Kontrahenten haben ähnlich wie die Bocholter zum Saisonfinale ähnlich schwere Aufgaben zu lösen: SF Aligse spielt beim Tabellenfünften VV Humann Essen. Der FC Schüttorf bekommt es auswärts mit dem Tabellenvierten SV Lindow-Gransee zu tun. Und der USC Braunschweig muss beim Tabellensechsten DJK Delbrück ran. Wenn alle Stricke reißen und TuB Bocholt es sportlich nicht schaffen sollte, so hofft Olbing noch auf eine Hintertür: „Es ist noch nicht klar, ob alle Vereine den Lizenzantrag zur Zweiten Bundesliga stellen werden. Man munkelt, dass es der SF Aligse nicht machen wird.“Aber dann sei immer noch nicht klar, ob es bei drei Absteigern bleiben wird. „Deshalb wollen wir das auf jeden Fall auf dem Spielfeld regeln. Dafür haben wir trainiert, darauf haben wir uns vorbereitet“, sagt der TuB-Coach.

 

Schwierig war zuletzt bei TuB Bocholt die Situation beim Training. Aufgrund von personellen Ausfällen (siehe auch Infokasten) „konnten wir teilweise nur mit dem halben Kader trainieren“, sagt Olbing. „Ich habe versucht, neue taktische Varianten reinzubringen. Aber am Bestand konnte ich in der Kürze der Zeit nicht viel ändern.“ Er hatte vor rund sechs Wochen das Amt des entlassenen niederländischen Trainers Marinus Wouterse übernommen.

Völlig unklar ist, was der kommende Gegner vorhat. „Wir wissen nicht, wie motiviert er ist. Einerseits will ein Team zum Saisonfinale sicherlich einen schönen Abschluss haben. Andererseits kann ich mir auch vorstellen, dass nicht alle Spieler Lust haben, von Bitterfeld-Wolfen an die holländische Grenze zu fahren und so einen ganzen Tag zu verbringen“, sagt Olbing. „Das ist wie eine Überraschungstüte für uns, weil wir nicht wissen, wie der Gegner antreten wird.“

 

Besondere Obacht müssen die Bocholter auf die beiden Akteure Jarron Müller und Pjotr Adamowicz legen. Jarron Müller ist ein Kanadier und Zuspieler im Team von Trainer Darko Despotovic. Der Pole Pjotr Adamowicz ist beim Volleyball-Zweitligisten VC Bitterfeld-Wolfen über die Außenposition ein gefährlicher Angreifer. Norbert Olbing, Trainer von TuB Bocholt, sagt dazu: „Beide gehören auf ihren Positionen zu den besten Spielern der Liga, was auch die Wahl zum wertvollsten Spieler des Spiels belegt.“ Diese nimmt nach der Partie immer der Gästetrainer vor.

 

Gleich auf vier Akteure muss der Volleyball-Zweitligist TuB Bocholt morgen Abend verzichten. Rudy Schneider und Luis Kubo weilen auf einem Beachvolleyball-Lehrgang des Landesverbandes. Felix Ahr (für ein halbes Jahr in Südasien) und Michel Koetsenruijter (verletzt) müssen ebenfalls passen. Hinter dem Einsatz von Fabian Schröer steht ein Fragezeichen, da er Rückenprobleme hat. Um noch mehr Fans in die Halle zu locken, bekommt jeder Zuschauer ein Freigetränk. Zudem bietet TuB Bocholt eine Tombola an. Das Spiel der Zweiten Herren-Bundesliga gegen den VC Bitterfeld-Wolfen steigt morgen Abend ab 19.30Uhr in der Euregio-Sporthalle.